Häufig gestellte Fragen
Die c-ton®-Produkte
Abgesehen von ihrem deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck in Herstellung und Rohstoffen* unterscheiden sich c-ton®-Produkte nicht von ihren Referenzprodukten. Alle c-ton®-Produkte erfüllen die Normvorgaben ihrer Kategorie und stehen ihren Referenzprodukten in Verarbeitung, Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit in nichts nach.
Nein. Das kohlenstoffspeichernde Additiv wird nur im Kern der Steine eingesetzt, nicht in der sichtbaren Vorsatzschicht. Die Optik verändert sich daher nicht. In die Berechnung der auszugleichenden Emissionen fließen trotzdem die Emissionen aus Kern und Vorsatz ein.
Die c-ton®-Technologie wird über die Concrete Innovation Group als Lizenzmodell an Hersteller in Deutschland und der EU vergeben. Die AHE Verbundsteine Betonwaren GmbH aus Rinteln an der Weser ist der erste Hersteller, der c-ton®-Produkte am Markt anbietet. Weitere Informationen finden Sie direkt auf den Herstellerseiten: www.ahe-holding.de/betonwaren/c-ton
Ja. c-ton®-Betonsteine sind am Ende ihrer Produktlebensdauer wie herkömmliche Betonsteine recyclingfähig und können zum Beispiel als mineralische Gesteinskörnung für den Straßenunterbau wiederverwendet werden.
*GWP total, Module A1–A3, nachgewiesen durch die Lizenznehmer über die Ökobilanz des jeweiligen Produkts.
Der technische Kohlenstoff
Als technischen Kohlenstoff bezeichnen wir die festen Kohlenstoffanteile, die im Pyrolyseverfahren entstehen. In anderen Anwendungen spricht man auch von Pflanzenkohle (engl. biochar).
Pflanzen nehmen während ihres Wachstums CO₂ aus der Atmosphäre auf. Bei der Photosynthese wird es in Sauerstoff und Kohlenstoff gespalten, den Kohlenstoff bauen die Pflanzen in ihre Biomasse ein. In der Pyrolyse werden pflanzliche Reststoffe unter Sauerstoffausschluss erhitzt und in feste und gasförmige Anteile umgewandelt. Der feste Anteil, der technische Kohlenstoff, ist sehr stabil. Eingebracht in Baustoffe wird so verhindert, dass der Kohlenstoff durch Verrottung oder Verbrennung wieder als CO₂ in die Atmosphäre gelangt. Das bei der Pyrolyse entstehende Gas kann als erneuerbare Energie genutzt werden.
Für Additiv wird Restholz aus der Wald- und Landschaftspflege verwendet, das in keiner weiteren (höherwertigen) Verwertung mehr genutzt werden kann. Der verwendete Kohlenstoff ist EBC zertifiziert.
CO₂-Entnahme und Kohlenstoffsenke
Um netto null Emissionen zu erreichen und die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, muss der Atmosphäre zusätzlich CO₂ entzogen und langfristig gespeichert werden. Dieser Prozess heißt CO₂-Entnahme (engl. Carbon Dioxide Removal, CDR), man spricht auch von negativen Emissionen. Gespeichert werden kann das CO₂ bzw. der Kohlenstoff zum Beispiel in geologischen Formationen, in Biomasse, in Ozeanen oder in langlebigen Produkten wie Baustoffen. Die zugehörigen Verfahren heißen Negativ-Emissions-Technologien (NET) oder CDR-Technologien.
Biochar Carbon Removal (BCR) bezeichnet die CO₂-Entnahme und -Speicherung mithilfe von Pflanzenkohle (technischem Kohlenstoff). Der Weltklimarat (IPCC) führt BCR als Methode zur CO₂-Entnahme. Sie gehört zu den bereits verfügbaren und erprobten Verfahren.
Eine Kohlenstoffsenke meint nicht das „Senken” von Emissionen, sondern die langfristige Speicherung von Kohlenstoff, der der Atmosphäre zuvor als CO₂ entzogen wurde.
Bei der c-ton®-Technologie wird dazu technischer Kohlenstoff in den Beton eingebracht. Durch die Pyrolyse liegt der Kohlenstoff in einer chemisch sehr stabilen, festen Form vor und wird anschließend in die Betonmatrix eingebunden. Die Menge des gespeicherten Kohlenstoffs ist in der EPD des Additiv-Herstellers ausgewiesen. Die Senken sind nach dem Global C-Sink Standard zertifiziert und bei Carbonfuture registriert.
Pflanzen nehmen beim Wachsen CO₂ aus der Atmosphäre auf und speichern den Kohlenstoff in ihrer Biomasse. In der Pyrolyse werden pflanzliche Reststoffe in feste und gasförmige Anteile getrennt. Die festen Anteile werden mit der patentierten c-ton®-Technologie optimiert und als technischer Kohlenstoff in die Betonrezeptur eingebracht, die gasförmigen Anteile werden als erneuerbare Energie genutzt. Im Stein bleibt der Kohlenstoff dauerhaft gespeichert und gelangt nicht wieder als CO₂ in die Atmosphäre. Deshalb spricht man von einem CO₂-Speicher, auch wenn technisch gesehen Kohlenstoff gespeichert wird.
Ausgleich und Nachweis
Nein. Der Ausgleich findet innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette statt: durch den Kohlenstoff, der dauerhaft im Stein gespeichert ist (Insetting). Externe Zertifikate werden nicht angekauft.
Wir verpflichten uns, den vollständigen Ausgleich für jedes c-ton®-Produkt nachzuweisen. Grundlage ist die Ökobilanz des jeweiligen Produkts des Lizenznehmers (GWP total, Module A1–A3). Alle Lizenznehmer lassen die Berechnung extern verifizieren. Da sich Rezepturen und Emissionen von Hersteller zu Hersteller unterscheiden, variiert die absolute Ausgleichsmenge.
Für den eingesetzten technischen Kohlenstoff werden Carbon-Removal-Zertifikate nach dem EBC-C-Sink-Standard ausgestellt und bei der Einbringung in den Beton stillgelegt. Sie gelangen nicht in den Handel und können weder verkauft noch für den Ausgleich anderer Emissionen genutzt werden – weder für Emissionen Dritter noch für sonstige Emissionen des eigenen Unternehmens. Die unabhängige Verifizierung über die MRV-Plattform Carbonfuture bestätigt die Senke, die Stilllegung verhindert ihre Doppelzählung, damit jede Tonne gespeicherter Kohlenstoff genau einmal angerechnet wird: in dem Produkt, in dem sie steckt.
Begriffe und Einordnung
Mit der c-ton®-Technologie werden die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) aus Produktion und Betoneinsatzstoffen – inklusive des Zements – vollständig ausgeglichen.* In Ökobilanzen und EPDs werden alle Treibhausgase in CO₂-Äquivalente (CO₂-Äq) umgerechnet und so ausgewiesen. Zur besseren Verständlichkeit sprechen wir auf unseren Seiten von CO₂- bzw. THG-Emissionen.
Wir sprechen bewusst von Ausgleich: Die Emissionen aus Produktion und Betoneinsatzstoffen werden durch den im Stein gespeicherten Kohlenstoff vollständig ausgeglichen*, also innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette (Insetting). Unter Kompensation versteht man dagegen meist den Ausgleich über externe Zertifikate aus Projekten außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette.
In den vergangenen Jahren wurde der Ausgleich von Emissionen durch Kompensation immer wieder kritisiert. Die Kritik richtet sich vor allem gegen externe Kompensation außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette und gegen mangelnde Transparenz der Kompensationsprojekte. Durch Monitoring und unabhängige Verifizierung entlang der gesamten Produktwertschöpfungskette sorgen wir für Transparenz – vom verwendeten Reststoff bis zur Einbringung in die c-ton®-Betonwaren.
*GWP total, Module A1–A3, nachgewiesen durch die Lizenznehmer über die Ökobilanz des jeweiligen Produkts.
Hersteller und Kunden
Die Concrete Innovation Group unterstützt ihre Lizenznehmer dabei, ihre Sortimente um innovative Produkte zu ergänzen und Emissionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette auszugleichen. Lizenznehmer erhalten Zugang zu unserem Know-how und Unterstützung bei der technischen Umsetzung und erwerben die Rechte, Marke und Technologie zu nutzen. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.concrete-innovation-group.com/partner/
Ja – und zwar auf das Produkt selbst. Die im Stein gespeicherte Kohlenstoffsenke fließt in die Ökobilanz des jeweiligen c-ton®-Produkts ein und gleicht dort die Emissionen aus Produktion und Betoneinsatzstoffen aus. Die zugehörigen Zertifikate werden stillgelegt und können nicht für den Ausgleich anderer Emissionen genutzt werden. Siehe auch unter "Ausgleich und Nachweise: Wie wird sichergestellt, dass die Kohlenstoffsenke im Produkt angerechnet wird?"
Mit c-ton®-Produkten lässt sich der bilanzierte CO₂-Fußabdruck von Bauprojekten verbessern. Für Unternehmen kann das auch bei der Bilanzierung ihrer Scope-3-Emissionen relevant sein, also der indirekten Emissionen aus ihrer Wertschöpfungskette. Wie die im Produkt gespeicherte Kohlenstoffsenke dort berücksichtigt werden kann, hängt vom jeweiligen Bilanzierungsstandard ab. So können c-ton®-Produkte Bauherren, Kommunen und Unternehmen dabei unterstützen, ihre CO₂-Ziele und Nachhaltigkeitsstrategien umzusetzen.
Normen wie die EN 15804 gehen davon aus, dass biogener Kohlenstoff in einem Produkt, etwa in Holzbaustoffen oder Verpackungen, am Ende des Lebenszyklus wieder als CO₂ freigesetzt wird. Was in der Herstellungsphase als Speicherung angerechnet wird, wird deshalb am Lebensende rechnerisch wieder als Emission verbucht. Eine dauerhafte Kohlenstoffsenke ist in dieser Logik bisher nicht vorgesehen. Der technische Kohlenstoff in c-ton®-Produkten ist jedoch durch die Pyrolyse in eine stabile Form gebracht und wird nicht wieder als CO₂ freigesetzt. Das belegen die EPD des Additivs und die Zertifizierung nach dem EBC-C-Sink-Standard. Weil die Norm diese Permanenz noch nicht abbildet, beziehen wir unsere Aussagen auf die Herstellungsphase (Module A1–A3).
c-ton®-Technologie im Markt